
An die Seile
Kamera: Exa 1b
Film: Rollei ATP 1.1, Adonal

An die Seile
Kamera: Exa 1b
Film: Rollei ATP 1.1, Adonal

Unaufrecht
Cyanotype auf Büttenpapier

Orchidee auf einem Tisch
Dass das zunehmende Alter einem den einen oder anderen Strich durch die Rechnung macht, erprobe ich ja derzeit selbst. Dass das Sofortbild eine wesentlich höhere Gangzahl vorlegt war mir neu.
Brückentag! Tags zuvor begehe ich Christis Himmelfahrt entspannt auf der Wohnlandschaft räkelnd mit anderthalb Liter Puralis Birne-Melisse. Das Wetter ist so lala und verleitet mich nicht, eine Kamera auszuführen. Warum auch immer krame ich Sofortbilder, in der Mehrzahl Unikate auf impossible-Material hervor und verfalle in Schockstarre: Welche Drogen wurden in das Wellness-Wasser gemixt? Die Bildchen sahen mal ganz anders aus! Ich krame die Scans hervor.

Scan der PX600, wenige Tage nach der Aufnahme
Zugegeben, die neue und von mir ungewollte Tonung ist nicht so verkehrt. Zwischen der Aufnahme und heute liegt kein Dreiviertel Jahr. Wie sieht der Verfall zum ersten Geburtstag der Aufnahme aus? Was tue ich mit den Originalen, auf denen das Sujet noch halbwegs zu erkennen ist?
Der wahre Künstler ist jung, dynamisch und flexibel; ist unter Dreizig und hat 25 Jahre wahre Kunsterfahrung. Damit kann ich nicht dienen. Ich brauche meine gedankliche Schmorzeit im eigenen Saft. Meine Gedanken schwanken zwischen bitterböse Protestnoten an den Hersteller wie Zwischenhändler oder dem schamlosen Ausnutzen der Situation: Emulsionslift!
Das wollte ich schon immer mal machen, wäre da nicht meine Grobmotorik und die permanent wackligen Griffel. Wo es mir an Jugend, Dynamik und “sich herumschubsen lassen” fehlt, setze ich auf pure Überwindung. Ich schaue mir in der Tube ein paar Making Of’s an, sammle die erforderlichen Werkzeuge zusammen und beginne an einem Opfer-impossible mit dem Ablösen der Emulsion.

Gekreuzt
Kamera: Polaroid 600
Film: impossible PX600, Emulsionslift auf Büttenpapier
PS: Spasseshalber lasse ich eine weitere PX600-Scheiblette mal im Tageslicht liegen. Vielleicht kommt ja wieder etwas Bewegung ins Monochrome.
PPS: Ausgerechnet die Bunt-Sofortbilder vom the impossible project erweisen sich als wesentlich farbstabiler und liftfreudiger! Darüber muss ich genauer nachdenken, bevor ich wieder zum impossible-Material greife.
Erst zu Papier gebracht entfalten in meinen Augen Fotografien ihre wahre Pracht. Gerade wenn es um die Darstellung der eigenen Arbeiten geht, ziehe ich das Medium Papier der Bildschirmdarstellung vor. Neben besonderen Einzelarbeiten ist die Sammlung in Form eines Fotobuch mein Favorit. Letztgenanntes macht sich gerade bei Gesprächen mit Modellen oder an meinen Arbeiten Interessierten gut: Handlich und praktisch. Saal Digital lädt zum Fotobuch-Test ein, ich bewerbe mich und darf daran teilnehmen.

Leinenzwang – Ein Fotobuch
Bisher lasse ich Fotobücher digital drucken. Über dieses Thema habe ich auch vor ein paar Jahren Artikel in Fotozeitschriften geschrieben. Sowohl die Druckqualität als auch die Verarbeitung bis hin zur Buchbindung variiert. Wirklich überzeugen konnten mich nur wenige Anbieter.
Saal Digital geht in Sachen Fotobuch einen anderen Weg. Hier werden Ausbelichtungen auf mattem oder Hochglanz-Fotopapier zu Seiten verklebt und daraus ein Fotobuch gebunden. Allein der Fingerabdrücke wegen bevorzuge ich für mein Fotobuch die matte Variante. Neben unterschiedlichen Größen und Formen kann ich zwischen Soft- und Hardcover, aber auch dem Buchblock (ohne Cover) wählen.
Benötige ich Fotoabzüge auf modernen Fotopapier, vertraue ich seit Jahren Saal Digital. Insofern ist mein Workflow auf sRGB ausgerichtet und ich erwarte auch im Fotobuch die von Saal Digital gewohnte Qualität. Zur Gestaltung des Fotobuchs stellt Saal Digital eine Software zur Verfügung. Geübte Anwender können mit anderen Programmen das Layout erstellen und die Daten als PDF über die Webseite an den Dienstleister senden.
Die Saal Design Software erfüllt ihren Zweck, auch wenn mich gelegentlich die Lineale als Ausrichtungshilfe ärgern. Aber: Doppelseitenlayouts lassen sich neben den vorhandenen Vorlagen auch als eigene Layouts sichern. Damit fällt der Seitenentwurf nur einmal an, es sei denn, jede Doppelseite soll später anders aussehen. Neben verschiedenen Bild- und Layouteffekten bietet die Design-Software auch eine Bildoptimierung an. Bei unbearbeiteten Digitalaufnahmen mag Letztgenannte gutgehen. In allen anderen Fällen ist diese Option abzuschalten.
Wenn sich mir schon die Gelegenheit dieses Tests bietet, möchte ich einige meiner analogen Monochrom-Arbeiten in einem Fotobuch zusammenfassen. Bisher halte ich mich mit dieser Art der Abzüge auf modernen Farb-Fotopapieren zurück. Um einen halbwegs analogen Eindruck der Fotobuch-Seiten zu erzeugen, scanne ich ein Blatt Büttenpapier als Hintergrund und hinterlege jedes Bild mit einem Schlagschatten.
Insgesamt 500 MB umfasst das Buchprojekt, das ich via Upload (alternativ gebrannte CD) an Saal Digital übergebe. Am nächsten Werktag werde ich per E-Mail benachrichtigt, dass das Fotobuch erstellt und versandt wurde. Die Lieferung liegt nun in der Hand von DHL.
Beim Auspacken springt mir sofort das seidenmatte Buchcover ins Auge. Der erste Griff ist ein besonderes Gefühl. Obwohl zwei Fotoabzüge zu einer Fotobuchseite zusammengefügt werden, überrascht die gefühlte Grammatur positiv. Sie ist weder übermäßig dick noch künstlich dünn. Die Bildqualität und Verarbeitung, aber auch die Haptik stimmen!
Fazit
Die Kombination Fotoabzüge und Fotobuch hat mich angenehm überrascht. Was die Qualität der Abzüge selbst angeht, hatte ich im Vorfeld keine Zweifel an der Leistung von Saal Digital. Viel spannender war für mich die Frage zu klären, wie sich das Saal Digital-Fotobuch anfühlt und es sich darin blättern lässt. Wie so oft im Leben waren die ersten Sekunden des Aufeinandertreffen entscheidend. Es hat gepasst und insbesondere das seidenmatte Buchcover hat meine Neugierde geweckt. Für mich war es ein Lehrstück, das im Ursprung analoge Aufnahmen in einer angemessenen Aufmachung durchaus auch auf modernen Fotopapieren eine gute Figur machen. Sie müssen nur von einem Fachmann wie Saal Digital zu (Foto)Papier und einem Fotobuch gebunden werden.